Ungewohnte Wege oder Covern im luftleeren Raum

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Auf wundersame Weise landete Anfang August die brandneue JANOME Cover Pro 3000 P auf meinem Nähtisch, die allererste Maschine dieser Baureihe für den deutschen Markt, etwa einen Monat vor den Auslieferungen an die renommierten Fachhändler. Die Idee war, dass ich diese Maschine kennenlernen sollte – und testen.

Das ist natürlich schon schick (…als Erste, vor allen anderen…) und für mich auch wirklich eine große Ehre. Allerdings kam mit der Maschine auch eine Herausforderung der ganz anderen Art auf mich zu.

 

Aus früheren Blogbeiträgen ist leicht erkennbar, dass sich in meinem Repertoire weder Sportbekleidung noch lässige Freizeitkleidung befindet. Dafür bin ich eigentlich nicht so der Typ. Es reizen mich vielmehr die besonderen und einmaligen Stücke, die nirgendwo erhältlich sind. Das ist mein Verständnis als Hobby-Schneiderin und meine Motivation zum Selbernähen. Sport- und Freizeitkleidung lässt sich doch überall relativ günstig erwerben, ist schneidertechnisch eher einfallslos, trägt meist sehr sichtbare Markenembleme und ist absolut austauschbar.
Einzelanfertigungen jedoch unterstreichen meinen Typ punktgenau, sind irgendwo zwischen elegant, zauberhaft und geheimnisvoll angesiedelt und prägen eben meinen ganz persönlichen Stil. Ehrlich gesagt, ich stand also vor einem kleinen Rätsel: an welchen Projekten sollte ich denn nun die gute Maschine ausprobieren?

 

So kam es also, dass der Beginn meiner Entdeckungsreise mit der JANOME Cover Pro 3000P eher nüchtern ausfiel und es zunächst technisch losging. Es galt zu testen, ob und wie alle Stiche funktionierten und ob auch nicht die viel gefürchteten Fehlstiche auftreten würden.

Eine Cover-Maschine unterscheidet sich von einer „normalen“ Nähmaschine insofern, als sie elastische Nähte hervorbringt, die besonders für elastische Stoffe geeignet sind (Sport- und Freizeitbereich).

Anfangs kam der Kettstich an die Reihe. Vielleicht hatte ich schon irgendwann einmal erwähnt, dass ich neben der Schneiderei gelegentlich auch an einer Strickmaschine sitze. Die einzelnen Teile nähte ich bisher per Hand oder mit dem sehr elastischen Kettstich zusammen. Und genau hierfür ist eine gute Covermaschine unerlässlich. Also musste ein maschinengestricktes Teilstück herhalten, aus dem ein Stirnband entstehen sollte

Um auf der Innenseite die Spannfäden des Musters zu verdecken, sind sie mit einem pinken Strickstoff verstürzt. Hierfür ist eine elastische Naht besonders wichtig, da ansonsten bei jedem Mal des „Über- den -Kopf Ziehens“ die Gefahr eines Nahtbruchs bestehen würde.

Diesen Kettstich hat die Cover Pro 3000P mit der Note sehr gut bestanden. Ich kam langsam auf Temperatur… Kommen wir also zur nächsten Disziplin, dem zweifachen Coverstich

.Auch hier wurde ein Strickstoff verwendet, der besonders dehnbar sein soll. Die Naht gelang auf Anhieb perfekt, die Grundeinstellung der Spannungsfäden blieb unberührt und führte zu einem wirklich guten Ergebnis, die Bilder sprechen für sich.

Die bisherigen Ergebnisse hatten jetzt meine Freude an der Maschine geweckt. Schon kam der Bereich, an dem Neugier und Fantasie einsetzten: was könnte denn mit der Cover noch so alles genäht werden? Vielleicht ein Wunsch T-Shirt für meinen Göttergatten, das endlich einmal richtig sitzt?  Oder gar einen Wunschschlafanzug? Dafür musste jetzt ein reinseidener Jersey aus meinem Fundus herhalten, der dort schon länger ohne rechte Bestimmung gelegen war.

Das Experiment ging los:

Hier muss erwähnt werden, dass dieser reinseidene, fließende Jersey ganz besonders schwer zu verarbeiten war, nach dem bekannten Motto „je edler der Stoff, desto schwieriger die Arbeit damit.“ Bei diesem Jersey war aufgrund der Webdichte tatsächlich die Gefahr von Fehlstichen besonders hoch, das Setting also genau richtig für einen echten harten Test. Was soll ich sagen, die Maschine erfüllte völlig unbeeindruckt die gestellte Aufgabe und brachte wunderschöne Nähte hervor. Die Bilder zeigen es. Bei dieser Gelegenheit kam auch gleich der Band-Einfasser zum Einsatz, ein empfehlenswertes Zusatzteil

Diesen Testparcours hatte die Cover Pro 3000P jedenfalls ausnahmslos gut überstanden. Nach diesem Erfolgserlebnis kam ich mit der JANOME Cover Pro 3000 P richtig in Fahrt. Statt T-Shirt oder Schlafanzug für den Gatten würde sich natürlich auch schöne Wäsche für mich selbst nähen lassen…wäre dann ja irgendwie auch etwas für den Guten….

Kommen wir also zur letzten Disziplin, der Königsdisziplin aller Covermaschinen, dem Top-Stich oder auch Deckstich genannt. Das ist ein absolutes Highlight gerade dieser Maschine, da die meisten Covermaschinen im Haushaltsbereich diese Funktion leider nicht bieten. JANOME hat es gewagt: Bei diesem Stich wird mit einem Spreizer auf der Oberseite beim Nähen ein zusätzlicher Faden um die beiden Nadeln geführt. Es entsteht ein sehr professionelles Stichbild, das wir von wertiger Sportbekleidung oder auch Bademode kennen. Das hört sich kompliziert an und ist es auch, aber nur für die Maschine, nicht jedoch für den Benutzer. Voller Neugier habe ich einfach einmal drauflos exprimiert, und zunächst nur Strecke gemacht, projektlos, quasi im luftleeren Raum.

Es ist sehr beindruckend, wie einfach das mit der JANOME Cover Pro 3000 P geht, siehe die die Bilder:

Der Fantasie sind absolut keine Grenzen gesetzt, welche Fäden als Gestaltungselement verwendet werden. Aus meinem Wollfundus, der eigentlich für die Strickmaschinen vorgehalten wird, ist sogar ein Kaschmirgarn zum Einsatz gekommen.

Damit war meine anfängliche Zurückhaltung nun endgültig dahin: die Leichtigkeit und Präzision dieser Maschine erlaubt viele individuelle Gestaltungsmöglichkeiten in der Welt der dehnbaren und bequemen Materialien, die mir bis dahin doch eher fremd war. Eine Andeutung von Haute Couture hing plötzlich in der Luft…und eine überraschende Erweiterung meines Repertoires! Gerade um der modischen Verwahrlosung in Zeiten von Home Office entgegenzutreten, passt individuell gestaltete Freizeitkleidung doch voll ins Bild. Klassisch bekleidet im Office Look setzt sich doch keine mehr zu Hause vor die Kamera in die Videokonferenzen, insbesondere wenn sie betriebsintern sind. Die Zeiten verändern sich, und wir gehen mit. Die JANOME Cover Pro 3000 P hilft dabei, diese Wandlungsprozesse mit zu gestalten. Und ein zweites Wunsch–T-Shirt für den besten Ehegatten der Welt ist auch noch drin…

Viel Freude bei Euren Projekten wünscht Euch

Ute

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