COOLE JUNGS – und COOLE MÄDCHEN…   

 …waren bei den olympischen Spielen in Tokyo diesen Sommer besonders zahlreich zu sehen und zu bestaunen. Das lag zum einen daran, dass das IOC regelmäßig neue Sportarten in das Programm aufnimmt und dafür andere herausfallen lässt. Das besonders Erstaunliche der Spiele dieses Jahres in Tokyo war genau diese Auswahl der neuen Disziplinen.

Aber passt der Begriff „Disziplin“ hier überhaupt?

Wer beim Skateboarden, Surfen, 3X3 Basketball und Sportklettern ein bisschen zugesehen hatte, konnte den Eindruck gewinnen, dass die Teilnehmer mit sichtbarer Freude an Bewegung und Körperbeherrschung ihre Tricks zeigten und nicht nur auf das sture Gewinnen des Wettbewerbs aus waren. Sie feuerten sich in den kurzen Wettbewerbsläufen (zB. Skateboard nur 45 Sekunden) sogar gegenseitig an und zeigten in Interviews ihre Bewunderung für das Können der anderen Teilnehmer. Gemeinsam zu tun, wofür sie brennen, schien dieser Community fast wichtiger zu sein als zählbare Ergebnisse. Entspannt und spielerisch schienen sie die Besten ermitteln zu wollen, nicht ehrgeizig um Medaillen kämpfend. Teil der Gruppe und dieses Lifestyles zu sein ist das, was für diese jungen Leute zählt, und worüber sie sich identifizieren. Teil des Spiels war natürlich auch die Kleidung: zur Ausübung der jeweiligen Übungen wurden extrem lässige Outfits getragen, die sehr viel Bewegungsfreiheit zulassen, dennoch Klasse aussehen und den eigenen Lifestyle unterstreichen: T-Shirts, Shorts, Hoodies etc. Cool eben!

Und vor diesem aktuellen Hintergrund kommen wir zum Thema dieses Blogs:

Angeregt von den erfrischenden Bildern aus Tokyo, wollte Jeannette vom JANOME Vertriebsteam Deutschland etwas für coole Jungs nähen. Ein Skateboard Outfit sollte es werden.

Da trifft es sich gut, dass JANOME zum Herbst dieses Jahres eine brandneue Cover Maschine (JANOME CoverPro 3000P) herausbringen wird. Ende August sollen die JANOME Fachhändler mit den ersten Maschinen beliefert werden, das Vertriebsteam hatte gerade einmal ein einsames Vorabexemplar erhalten. Und diese Maschine musste jetzt gleich mal ran ans Projekt und durfte nicht in irgendeinem Showroom vor sich hindämmern.

Es ist ja so, dass dehnbare Jersey-Stoffe auch dehnbare Nähte benötigen und dafür werden wiederum Nähmaschinen benötigt, die diesen sogenannten Coverstich beherrschen.

Im Folgenden werden ein paar Tricks geschildert, deren Beherrschung unserer Community der Selbernäher zur Freude verhelfen sollen.

Für den Hoody, zu sehen auf dem Prospekt, wurde der Burda-Schnitt Nr. F/S 2012#9482 verwendet. Nach dem Zuschneiden ging es auch schon an die Maschine.

Als erstes wurden die Nähte der Raglanärmel geschlossen. Hierfür ist bei sehr dehnbaren Stoffen der Kettstich ideal, es würde aber auch mit einer normalen Nähmaschine funktionieren. Nachdem die Nähte dann auseinander gebügelt wurden, fing der Nähspass mit der JANOME CoverPro 3000P so richtig an. Der Top Cover Stich kam zum Einsatz.


Mit dem Nähfuß wurde genau auf der Mitte der Naht genäht und so diese mit dem Top Cover Stich verdeckt. Das sieht dann super professionell aus.

Die Nahtzugaben auf der linken Seite wurden mit einer Schere vorsichtig zurückgeschnitten, hierfür eignet sich eine Applikationsschere besonders gut. So liegt die Naht flach und muss vorher nicht in einem separaten Arbeitsgang versäubert werden, das spart Zeit.


Auf der rechten Seite ist nur der dekorative Top Cover Stich zu sehen, in unserem Modell in Rot abgehoben. Übrigens, wenn gegenüberliegende Seiten entstehen, wie hier die linke und die rechte Raglanärmelnaht, dann sollten die Seiten jeweils einmal von oben und einmal von unten genäht werden, also in umgekehrter Nährichtung. So wird die Optik perfekt. Bei der breiten Ziernaht unterscheidet sich nämlich die linke und die rechte Seite.

Die Kapuze wurde für dieses Modell zwei Mal zugeschnitten und miteinander verstürzt. Das Ergebnis sieht viel edler aus, weil so zwei rechte Außenseiten entstehen. Diesen Luxus gibt es nicht im Laden zu kaufen, da die Industrie an diesem Punkt immer Material und Zeit sparen wird. Womit wir wieder einmal bei den Vorteilen des Selbernähens sind!

Der Tunnel für die Kordel wurde wieder mit dem Top Cover Stich genäht. Als Variante zu den roten Raglannähten wurde die Farbe Blau gewählt: Zweck und Dekoration konnten hier in nur einem Arbeitsgang erreicht werden!

Der Fantasie für die Ziergarne sind übrigens keine Grenzen gesetzt.
Hier ein wichtiger Tipp: erst die Tunnelnaht nähen und dabei ein Stück offenlassen, damit die Stelle für das Anbringen der Ösen besser erreichbar bleibt. Dann noch etwas unterlegen und erst dann die Ösen einschlagen.

Nach dem Schließen der Seitennähte und der Ärmelnähte wurde die Kapuze an den Halsausschnitt genäht. Dies erfolgte mit einer 4-Faden Overlocknaht mit der JANOME AirThread 2000D Professional, einer speziellen Overlock Maschine, die eine perfekte Ergänzung zur Cover Pro 3000P darstellt. Danach musste nur noch der Saum umgenäht werden.

Wie aus den Bildern ersichtlich, wurde bei diesem Hoody-Modell auf ein Bündchen verzichtet. Schließlich wollen Coole Jungs / Coole Mädchen etwas echt Lässiges und auf gar keinen Fall einen Schlafanzug!

Ob der Saum mit einem ganz klassischen 2-Nadel- oder 3-Nadel- Coverstich genäht wird, oder alternativ mit dem dekorativen Top Cover Stich, bleibt eine reine Geschmacksfrage und der individuellen Kreativität überlassen.

Dann wurde nur noch eine Kordel nach Wahl eingezogen und der Hoody war fertig!

Zugegeben, selbst beim Einsatz der wunderbaren und präzisen JANOME Cover Pro 3000P benötigt man mehr als 45 coole Sekunden für einen solchen Hoody. Aber die Freude bei der Übung ist riesig und das Ergebnis lässt selbst die strengsten Wertungsrichter aufblicken….

Ute & Jeannette

 

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